Bicicletta da Corsa - Venticinque

pagina #33 www.biciclettadacorsa.de summieren sich schnell, 1000, 2000, 3000. Nach dem Früh ‐ stück kommen immer mehr Freunde ans Sudelfeld. Susanne, Evi, Flo, Vroni, sein langjähriger Trans Alp Partner Bas ti , Ste ff , Roland und natürlich seine Freundin und Pro fi photographin Kathrin. „Ich glaub ich bin nur sechs oder sieben Mal alleine hochgefahren“. Und das war auch eines seiner größten Ziele, abgesehen von der vier Zahlen, die er im Kopf ha tt e: Einen geilen Tag auf dem Rad, an einem Berg bei sich vor der Haustür, mit einem großen Haufen Leute zu verbringen. Dass dabei die Höhenmeter weiter purzeln ge ‐ schieht fast nebenbei: 4000, 5000, 6000. Es rollt einfach. Und Fynn nimmt sich auch Zeit. Als er mit uns den Berg hochfährt und das Interview gibt, sind wir von den 300 Wa tt wahrscheinlich weit en tf ernt. Und auf dem nächsten Um ‐ lauf, für die Bilder von Kathrin, sicher auch. Aber die „Gemeinscha ft ist mir viel wich ti ger als Rekorde“. Lacht und fährt wieder hoch. Nicht mal, als wir uns in den Biergarten der Sportalm setzten und uns mit seinem Chef von der Werksta tt 17, der natürlich auch vorbeikommt, um Fynn mit der ganzen Familie zu unterstützen, eine Radlermaß und ein Stück Kuchen schmecken lassen, kippt bei Fynn die Laune. Die 7000 und 8000 sind am Nachmi tt ag erreicht. Doch bei 8380hm steigt die Höhenmeter und Kilometerangabe am Wahoo nicht mehr an. Überhitzung, Speicher voll, Ba tt erie leer? Es hil ft nur noch ein Reset. Bange Minuten am Straßenrand folgen. Kann die Aufzeichnung wiederherge ‐ stellt werden? So wie vorher die Höhenmeter immer mehr wurden, richtet sich der Blick nur auf den schleichend, lang ‐ sammehr werdenden Prozentzahl amWahoo. Nach bangen Minuten ist die Tour wieder da. Es fehlen aber die letzten beiden Umläufe, als ca. 600 Höhenmeter. Der Reset hat ganze 20 Minuten gedauert. Go tt sei Dank ist die Tour noch da und der Computer zeichnet auch wieder auf. Fynn fährt noch mal, und weil es noch nicht ganz zum Everes ti ng reicht, ein weiteres Mal. „Aber das war schon ein Knackpunkt.“ Die letzte Runde fährt er alleine. Oben am Sudelfeld wartet seine Freundin Kathrin und seine Schwes ‐ ter denen er mit Tränen in den Augen in die Arme fällt. Auf dem Tacho stehen 9280 Höhenmeter, 247 Kilometer und 266 Wa tt Durchschni tt sleistung bergauf. Auf Strava ist Fynn jetzt natürlich die „Local Legend“ am Sudelfeld und auf everes ti ng.cc steht sein Name in der Hall of Fame. Aber viel wich ti ger war die Erfahrung, was mit dem Körper zwischen 7000 und 8000 Höhenmeter passiert. Die vielen Freunde, die mitgefahren sind und das gute Gefühl, es gescha fft zu haben. Als die große Pizza und ein kühles Radler auf dem Tisch stehen, meint Fynn nur breit Grinsend: „Eigentlich hab ich gar keinen Hunger, war ja alles locker!“

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