Leistungssport und Kaffee

Christian Grasmann

Ausdauer, Konzentration und Schnelligkeit sind die Zutaten für den Erfolg von Rennradfahrer Christian Grasmann (36) und Biathlet Arnd Peiffer (30). Dinzler unterstützt die beiden Profi-Sportler, die in der Region leben, aber überregional bekannt sind. Für Arnd, der nach diesem Winter Deutscher Meister ist, zwei Weltcup-Siege sowie WM-Gold für sich verbuchen konnte, beginnt im Frühjahr die ruhigere Zeit nach der Wettkampfphase. Für Christian und sein Rennrad-Team Maloja Pushbikers dauert die Wettkampfsaison das ganze Jahr. Die beiden Sportler verbindet eine Freundschaft, der Profi-Sport und die Leidenschaft für guten Kaffee. Deshalb auch der Interviewtermin beim Dinzler am Irschenberg.

20170512 SaganHier befinden sich die beiden übrigens in bester Gesellschaft: auch der amtierende UCI Weltmeister Peter Sagan und sein Team BORA - hansgrohe sind mit Kaffee der Dinzler Kaffeerösterei unterwegs und schauen öfters mal am Irschenberg vorbei...

Ihr seid beide Leistungssportler. Leistungssport und Kaffee – wie passt das zusammen?

Arnd: Als Leistungssportler sucht man ja immer die richtige Mischung aus Regeneration und extremer Leistung. Man muss Vollgas geben können, aber auch Entspannung zulassen. Bei mir kommt Kaffee vor allem in den Regenerationsphasen zum Zug, dann genieße ich ihn.

Christian: Bei mir ist es andersrum. Ich trinke Kaffee während ich aktiv bin, um meine Leistung zu verstärken. Für mich, und damit spreche ich auch für einige Teamkollegen, ist Kaffee ein legales Mittel, um sich zum richtigen Zeitpunkt neue Energie zu holen. Wenn ich über ein paar Tage keinen Kaffee trinke, ist der Effekt danach sogar noch stärker. Ich würde mein Verhältnis zum Kaffee als „positive Sucht“ bezeichnen.

Jetzt mal ganz ehrlich: wie viel Kaffee verträgt ein Profi-Ausdauersportler während der Wettkampfzeit?

Christian: Ich trinke viel Kaffee während der Leistungsphasen, Koffein ist anregend und fördert obendrein die Fettverbrennung – im Rennradsport ein gewünschter Nebeneffekt. Aber es geht hier nicht nur um die Frage des Effekts. Kaffee besitzt in unserem Team einen besonderen Stellenwert, denn er ist für uns Teamkollegen gleichbedeutend mit Zusammenkunft und Austausch. Auf dem Rennrad sitzen wir alleine, vor und nach den Trainings- oder Wettkampfeinheiten sitzen wir gemeinsam und tauschen uns aus – rund um die Kaffeemaschine, die wir immer im Camper dabeihaben. Es wird gemütlich, man wechselt vom Leistungsthema zu privaten Gesprächen.

Arnd: (lacht) Beim Langlaufen kann Kaffee die Leistung sogar positiv beeinflussen. Aber beim Schießen ist Präzision gefragt. Ein Koffeinschub wäre hier, zumindest für mich, eher von Nachteil, weil eine ruhige Hand gefragt ist. Nach einem Rennen gönne ich mir dann einen Kaffee, auch während der aktiven Wettkampfzeit. Aber ich genieße eben in Maßen.

Als Profi-Sportler seid Ihr sehr viel unterwegs, die körperliche Performance muss hohe Ansprüche erfüllen. Wie motiviert Ihr Euch langfristig immer wieder für Training und Wettkämpfe?

Christian: Ich sage gerne: Die Triebfeder des Tuns ist der Erfolg – ist dieser gegeben, kann ich sie immer wieder neu spannen.

Arnd: Da stimme ich Christian zu. Wir müssen sehr viel Zeit und Energie in Training investieren, um erfolgreich zu sein. Aber wenn man im Flow ist und einen guten Tag hat, dann entschädigt ein erfolgreiches Rennen die langen Trainingszeiten und motiviert von Neuem.

Christian: Erfolg ist auch nicht immer gleichbedeutend mit einem Sieg. Um sich zu motivieren, reicht es manchmal schon, alles gegeben zu haben und eine tolle Performance zu zeigen – auch wenn man am Schluss nicht auf dem Treppchen steht. In manchen Situationen treiben einen sogar die Fehler an, weil man sie erkennt und weiß, wo man verbessern kann.

Der Sommer steht vor der Tür. Im Biathlon ist die Wettkampfsaison zu Ende, Radsport läuft saisonunabhängig. Was steht bei Euch im Frühjahr und Sommer auf dem Programm?

Arnd: In den ersten drei Wochen nach der Wettkampfphase tausche ich den Trainingsanzug gegen eine Uniform und mache ein Praktikum bei der Bundespolizei. Für mich bedeutet das eine willkommene Abwechslung. Den Sport, den ich ja auch leidenschaftlich gerne in meiner Freizeit betreibe, stelle ich hinten an und starte nach Feierabend. Dann aber ganz ohne Leistungsdruck.

Christian: Das finde ich cool, dass du das machst und deine Trainingspausen für ein Praktikum nutzt. Bei mir ist das leider nicht möglich, da für uns im Rennradsport das ganze Jahr lang Saison herrscht. Aber meine Sportart ist eine „weiche Belastung“, die wenig Verschleiß mit sich bringt, so funktioniert das ganz gut ohne längere Regenerationszeiten.

Arnd: Das ist ein Unterscheid zwischen unseren Sportarten: Im Biathlon bauen wir langsam im Sommer wieder auf, darauf folgt eine intensive Wettkampfzeit, nach der eine längere Pause notwendig ist.

Jetzt eine unsportliche Frage. Wir sitzen hier am Irschenberg – hat der Ort eine Bedeutung für Euch?

Arnd: Obwohl ich ursprünglich aus dem Harz komme, kenne ich den Dinzler am Irschenberg schon lange von diversen Stopps, die wir hier auf dem Weg in die Berge einlegten. Dann kam ich irgendwann mit Christian hierher, der mich vorstellte. Heute bin ich Stammgast und freue mich über die Partnerschaft mit dem Familienunternehmen.

Christian: Stimmt, das war eine gute Entscheidung, dich mitzunehmen. Ich kenne Matthias und Franz Richter seit fast 20 Jahren, wir waren Teamkollegen im Radverein. Den Ort kenne ich, weil mich das Rennradtraining oft zum Irschenberg führte und ich später viele Jahre hier gewohnt habe. Irgendwann schlug ich Matthias und Franz Richter vor, mit ihrer Rösterei nach Irschenberg zu gehen. So kam eines zum anderen und jetzt sitzen wir heute hier. Was ich hier sehr schätze, sind die gute Atmosphäre und die Herzlichkeit, die den Gästen entgegengebracht werden. Jetzt bin ich gespannt, womit der Neubau uns überraschen wird.

www.dinzler.de

www.malojapushbikers.com

www.arndpeiffer.de

 

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