Race Across America

Race Across America

„Alter hat Klasse“

Die Équipe Hubert Schwarz hat beim legendären Race Across America (RAAM), einem knapp 5000 km langen Radmarathon von der West- zur Ostküste der USA, einen großen Erfolg gefeiert. Das Vierer-Team mit Hans Glatt (56), Janusz Piatkowski (60), Hans Schuhbauer (62) und Hubert Schwarz (59) bewältigte die extremen Herausforderungen dieses Nonstop- Rennens durch neun US-Bundesstaaten in neuer Rekordzeit: Die Bestmarke in der Altersklasse der 60- bis 69-Jährigen steht nunmehr bei 6 Tagen, 14 Stunden und 18 Minuten.

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Angetreten unter dem Motto „Alter hat Klasse“, zeigten die vier erfahrenen Ausdauerathleten bei extremer Hitze, starken Winden, schwierigen Anstiegen und rasanten Abfahrten im absoluten Wortsinn „eine reife Leistung“. „Wir haben nicht nur unser sportliches Ziel erreicht“, bilanziert Hubert Schwarz, „sondern auch gezeigt, dass man im fortgeschrittenen Alter sehr wohl noch Spitzenleistungen bringen kann, wenn man denn hart an sich arbeitet.“

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Teamleader Hubert Schwarz, der das RAAM 1991 als erster Deutscher solo bewältigte und das Rennen hierzulande populär gemacht hat, stellte sich im Sattel gleich der ersten großen Herausforderung. Nach dem Start in Oceanside (Kalifornien), wo die Sportler noch die kühle Pazifik-Brise genießen können, geht es sofort Richtung Osten hinauf ins Küstengebirge, wo bei brüllender Hitze der Schweiß in Strömen fließt, auch wenn man kein Rad bewegt. „Hier stößt man schnell an Grenzen“, weiß Hubert Schwarz, „ nicht nur körperlich, sondern auch mental. Man hat noch keinen richtigen Rhythmus, ist schnell erschöpft und hat fast noch die ganze Distanz vor sich – rund 4800 Kilometer.“

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Aber der 59-Jährige, der das RAAM insgesamt dreimal als Solist meisterte, musste sich diesmal nicht alleine durchschlagen, sondern konnte sich im Sattel mit drei bärenstarken Ausdauerspezialisten abwechseln. Das Vierer-Team splittete sich in zwei Zweier-Teams auf, die jeweils längere „Schichten“ fuhren. Während Hubert Schwarz und Janusz Piatkowski wechselweise im Sattel ihre Arbeit verrichteten, konnten Hans Glatt und Hans Schuhbauer im Wohnmobil pausieren – und umgekehrt. Neben der effizienten Organisation kamen bei der Rekordfahrt auch die individuellen Stärken der Sportler zum Tragen: Hubert Schwarz war ein Wunder an Konstanz – trotz schmerzhafter Rippenprellung, die er sich beim Training zugezogen hatte. Janusz Piatkowski ließ bei risikoreichen Abfahrten keine Sekunde Zeit liegen, Hans Schuhbauer „flog“ förmlich über die Berge und Hans Glatt hielt stets das Tempo und die Stimmung hoch – mit bulligem Antritt und flotten oberbayerischen Sprüchen.

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Auf ihrem weiteren Weg nach Osten lief es für die Équipe zunächst wie am Schnürchen. Rückenwind half bei der Hatz durch die Wüstengebiete Arizonas, Monument Valley wurde bei Nacht durchquert. Dadurch entging Fahrern und Crew zwar ein großartiges Landschaftserlebnis, aber man lag optimal im Zeitplan. Am nächsten Tag dann ein kompletter Szenenwechsel: Colorado, Wolf Creek Pass. Es ging hinauf zum höchsten Punkt der Strecke, auf über 3000 Meter. Hubert Schwarz kämpfte sich über die erste Rampe: „Durch die breite Schlucht fegte ein stürmischer Wind – es war einfach zermürbend. Zum Glück konnte ich an Hans Schuhbauer übergeben. Der ist wirklich ein Meister im Klettern und hat den Pass fast im Alleingang bezwungen.“

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Auf die Berge Colorados folgten dann die konturlosen Weiten von Kansas. Abgemähte Felder, soweit das Auge reicht, mächtige Getreidesilos, Hitze – und natürlich Wind, meist von der Seite. Die Équipe kam nicht mehr so gut voran wie zu Beginn. Hubert Schwarz: „Solche Durststrecken prägen das RAAM. Man muss sie überwinden wollen, darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Auch in Missouri, wo viel sattes Grün für schwüle Hitze sorgt, wurde es nicht besser. Die verwinkelte Streckenführung sorgte fast zwangsläufig für kleine Navigationsfehler, die Zeit kosteten. „Die 4000 Kilometer, die wir da schon zurückgelegt hatten, steckten allen in den Knochen: Fahrern und Crew“, so Schwarz.

Es gab aber keine Zeit zum Durchschnaufen. Denn beim RAAM stehen die Räder nie still. Als die Équipe den Fuß der Apallachen erreichte – das Mittelgebirge, das sich wie eine riesige Hürde vor dem Ziel an der Ostküste aufrichtet –, „mussten wir uns etwas einfallen lassen“, erinnert sich Hubert Schwarz. „Sonst hätten wir den Rekord nicht geschafft.“ Die Fahrer wurden nun konsequent so eingeteilt, dass Hans Schuhbauer seine Klasse auf den vielen Anstiegen ausspielen konnte, während die anderen drei auf Abfahrten und flachen Passagen noch einmal so richtig Gas geben sollten. „Ich glaube, wir haben alle unser letztes Hemd gegeben. Und da war ein Team-Spirit zu spüren, der vor allem uns Ältere auszeichnet“, ist Hubert Schwarz überzeugt. In den letzten 24 Rennstunden der Équipe gab es dann auch keine Ruhephasen mehr im Wohnmobil. Alle Fahrer wechselten sich in kurzen Intervallen im Sattel ab – bis im Morgengrauen das Ziel in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland erreicht war.

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6 Tage, 14 Stunden und 18 Minuten für 4800 Radkilometer: „Dieser RAAM-Rekord in der Altersklasse der 60- bis 69-Jährigen gehört nicht nur uns Fahrern“, betont Hubert Schwarz. „Ohne unsere 11-köpfige Crew, die uns rund um die Uhr versorgt und sicher über die Strecke geleitet hat, wären wir chancenlos gewesen. Es war eine gewaltige Teamleistung, auf die wir alle stolz sein können und die hoffentlich auch andere inspiriert, ähnliches zu wagen!“

FOTOS & TEXT: Jörg Wurdak

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