Helden des Radsports

Helden des Radsports

Hans-Peter Durst

Hans-Peter Durst: ein Ausdauersportler mit Handicap, ein Ausdauersportler mit dem Motto

„Das Leben ist wie ein Fahrrad, man muss in Bewegung bleiben, um die Balance zu halten“.Und ein Ausdauersportler mit einer olympischen Medaille in der Hand. Eine, die ihm viel bedeutet, die sein Leben widerspiegelt, die er aber auch seiner Familie, seiner Frau, seinen beiden Kindern und seinen Freunden widmet.

Rückblick: 1994, ein unverschuldeter Verkehrsunfall, und schon war das bislang beschauliche Leben des alleinigen Geschäftsführers einer Brauerei jäh beendet. 23 Monate verbrachte er in Kliniken mit erfahrenen Ärzten in Kassel, Hannover und Hessisch Oldendorf, einem tollen Team von Therapeuten und Menschen, die ihm allesamt ermöglichten, dass sich sein „Lebensrad wieder neu zu drehen begann“.

Der Dortmunder erhielt zur „familiären Wiedereingliederung“ die Empfehlung für ein Dreirad, um mit den Kindern, der Familie und Freunden gemeinsam Zeit mit Bewegung zu verbringen. Der Beginn einer neuen Leidenschaft und einer Erfolgsgeschichte, die bei den Olympischen Spielen in London ihren vorläufigen Höhepunkt erfuhr.Dursts Gleichgewichtsorgan, er selbst bezeichnet es auch gerne als seine „Balance“, zeigte nach dem Unfall nicht mehr die Mitte an, was zur Folge hatte, dass er nicht mehr ohne Hilfsmittel gehen oder laufen konnte. Hinzu kamen noch weitere körperliche Einschränkungen, die sein Leben veränderten und beeinflussten.Durst begab sich langfristig und mit viel Geduld in die Hände von Ärzten, Physiotherapeuten, Freunden und der Familie. Als „Team“ brachten sie den früheren Hobbysportler Tritt für Tritt, Schritt um Schritt in die richtige Richtung.Für ihn selbst war es wichtig, „die Defizite und Einschränkungen konkret zu erkennen, diese zu akzeptieren und daran zu arbeiten, diese so gut es geht auszugleichen“. Mit dem neuen Dreirad war Durst auf der „richtigen Fährte“, beim Laufen nahm er sich zunächst alte Wanderstöcke zur Hilfe und beim Schwimmen entwickelte er einen etwas eigenwilligen Schwimmstil, der es ihm ermöglichte, die Orientierungs- und Gleichgewichtsdefizite zu minimieren.

Durst widmete sich dem Sport und erlebte am 1. August 1999 „einen Meilenstein“: In 6:23 Stunden meisterte er in seiner Heimat Dortmund erfolgreich die Ardey-Radtouristik (RTF). Ein für ihn „unglaubliches Erlebnis“, das nach mehr verlangte. „Da geht doch noch was“, waren seinen ersten Gedanken. Vor allem die vielen positiven Gespräche und Reaktionen während und nach der Rundfahrt ermutigten ihn, sich noch intensiver in Richtung Sport zu orientieren. Investitionen in ein leistungsfähigeres Dreirad, in leichte und besser einsetzbare Lauf-Stöcke und Training nach zielführenden Plänen waren angesagt. Dabei standen ihm viele Freunde und „nette Menschen“ zur Seite, die ihren Teil dazu beitrugen, dass Durst immer wieder neue persönliche Erfolge erzielte, aber auch immer wieder auftretende und unvermeidbare körperliche wie mentale Rückschläge vergessen machten.

Zuletzt am 13. August 2012, exakt 23 Tage vor seinem ersten Rennen bei den Olympischen Spielen in London. Bei einer Trainingsfahrt in Dortmund wird Durst von einem Radfahrer, der mit drei Promille unterwegs war, umgefahren, verliert seinen Daumen, der ihm später wieder angenäht wird, bricht sich am rechten Arm die Elle, Speiche und die Mittelhand. Der Traum von Olympia schien zu platzen. Schien…Helden-durst-arme

Seine Geschichte, seine Lebenseinstellung, sein Charisma und sein immer noch vorhandener „Durst“ nach neuen Zielen lockte auch zahlreiche Partner und Förderer an: So zum Beispiel die Marke Profile Design, die sein auf ihn maßgeschneidertes Dreirad mit Laufrädern, einem Aerolenker und einem passenden Hydration-System zu einem kompletten Zeitfahrrad macht.
Hinzu kommen Marken, die Durst „von Kopf bis Fuß - fachlich kompetent und chic“ ausstatten, Förderer und Freunde, die ihn rund ums Training und im Bereich der effektiven Nahrungsergänzung und Regeneration begleiten sowie Vereine, Verbände und Organisationen, „ohne die mein Sport für mich nicht möglich wäre“, so Durst.

„Zuhause“ ist Hans-Peter Durst auf dem Rad, aber auch der Paratriathlon hat es ihm angetan.Helden-durst-medallieIn diesem Jahr gewann er dort seinen fünften nationalen Titel, kommt nunmehr mit seinen fünf Siegen im Paracycling auf insgesamt zehn Deutsche Meistertitel.

Doch Medaillen sind nicht alles, Hans-Peter Durst möchte Menschen, mit und ohne Einschränkungen, ermutigen. „Es geht immer was!“. Ein Spruch, den der Dortmunder lebt. Der Sport hat einen Großteil dazu beigetragen, dass Durst sein Leben nach dem Unfall wieder in den Griff bekommen, sein Selbstbewusstsein wieder aufgebaut und durch die notwendige körperliche Bewegung sogar Schmerzen und Defizite verringert hat. „Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den Körper zu heilen.“Helden-durst-rad

Durst ist eben ein Ausdauersportler durch und durch, dessen „Durst“ längst noch nicht gelöscht ist…

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