Etape Caledonia

Etape Caledonia

Großbritanniens Liebe zum Radsport

Es ist der 12. Mai 2013, 5.50 Uhr Ortszeit in Pitlochry, Schottland. Bei 8 Gradsteht das Endura-Team an der Startlinie der Etape Caledonia, bereit zumPhototermin. Um 6.30 Uhr fällt dannder Startschuß für die erste Startwelle,und die erste Gruppe der insgesamtfast 5000 Radsportler macht sich aufden Weg, 81 Meilen (=130km) undknapp 2000 Höhenmeter durch dieschottischen Highlands zurückzulegen. Die Marie Curie Cancer CareEtape Caledonia hat sich als eines derbeliebtesten Sportives in Großbritannien etabliert. Dank hervorragender Organisation und einer landschaftlich wunderschönen, sportlich anspruchsvollen Route auf komplett für den Motorverkehr geschlossenen Straßen kommen die Teilnehmer von der ganzen Insel herbeigeströmt.

Radsport war im Vereinigten Königreich selten so beliebt wie in diesem Jahrzehnt. Dazu haben natürlich die Erfolge des Team GB bei der Olympiade in London sowie der Tour de France-Sieg von Bradley Wiggins im letzten Jahr in erheblichem Maße beigetragen. Auch die Dominanz von Team Sky bei ProTour-Rennen begeistert die ganze Nation und mit MarkCavendish hat man zudem den weltschnellesten Sprinter im Lande. Seit Sir Chris Hoy ist zudem das Bahnfahren um einiges bekannter und beliebeter geworden – Velodrome sprießen inganz Großbritannien aus dem Boden. Auch das UCI-lizensierte professionelle Endura Racing Team lieferte inden vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zum Radsport nicht nur, aber insbesondere im United King-dom.
Im UK gibt es unzählige Etappen- wie auch Eintagesrennen, bei denen mansich seine Radsporthelden direkt vorder eigenen Haustür anschauen kann, z.B. bei der Tour of Britain im September. Außerdem sprießen mittlerweile überall Amateur-Radsportveranstaltungen aus dem Boden, bei denen sich Amateurfahrer miteinander messenkönnen, unter anderem eine ganzeListe von "Sportives". Diese "Sportives" werden allerdings nicht als Rennen bezeichnet. Auf Nachfrage hinstellt sich jedoch heraus, dass dies vorallem versicherungsrechtliche Gründehat und ein Sportive durchaus einem Festland-Jedermannrennen entspricht.

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Zurück zur Etape Caledonia, die 2013 unter dem Motto "Be part of it!" stand. Die Jungs des offiziellen Bekleidungssponsors Endura aus Livingston, Schottland, haben an beiden Registrierungstagen am Endura-Stand Fahrradbekleidung und Zubehör im Akkord verkauft – die Etape Caledonia-Bikewear war schnell ausverkauft. Und wegen dem typisch schottischen Wetter, zählte außerdem das Adrenaline Race Cape, eine klein verpackbare, atmungsaktive, wasserdichte Regenjacke, durch deren transparentes Material die Startnummer sichtbar bleibt, zu den Bestsellern. Regenbekleidung sollte man bei einer solchen Ausfahrt in Schottland auf jeden Fall immer dabei haben – das Wetter kann sich hier ruckzuck ändern. Simon Richardson, aus dem Endura Team, rät neben den üblichen Ärmlingen und Beinlingen dazu, winddichte Handschuhe und ein Multitube für unter den Helm einzupacken. Als Belohnung für zwei erfolgreiche Arbeitstage darf das Verkaufsteam von Endura auch am Sportive teilnehmen. Der Erfolgsdruck ist entsprechend groß – man tritt schließlich mit und gegen seine Kollegen an und will sich am Ende seiner Zeit nicht schämen müssen.

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Der Start verläuft wie gesagt in Wellen. Die Radsportler werden gemäß ihrer vorhergesagten Zielzeit in 100 Personen starke Gruppen eingeteilt, die dann in 2-Minuten-Abständen auf den Weg geschickt werden. Die Route führt auf durchweg für den Motorverkehr geschlossenen Straßen durch die schottischen Highlands, an Seen vorbei, durch Wälder, und über den 1083m hohen Schehallion (Auf schottisch-gälisch: Sìdh Chailleann, was zu Deutsch "Feenhügel der Kaledonier" bedeutet). Es gibt zwei technische Abschnitte auf der Strecke: einen 1km langen, geraden und flachen Sprint und einen 2.1km langen King of the Mountains-Abschnitt der Kategorie 4. Bei beiden nimmt der Zeitchip die Zeiten für diese Abschnitte, denn am Ende gibt es Preise für den schnellsten Sprinter und den König des Bergs abzustauben.

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Es herrscht eine entspannte und freundliche Atmosphäre während der Etape Caledonia. Es wird natürlich in Gruppen gefahren. Manche Radzüge sind bis zu 100 Rennradler stark, die Radler unterhalten sich auf ihrem Weg durch die spektakuläre Landschaft, an der Spitze wird gut durch gewechselt und man hilft sich gegenseitig, auch und gerade bei Pannen. Außerdem bietet der Mavic Rennsupport Pannenhilfe, inklusive Ersatzlaufräder und Plattenreparatur. Wie auch bei Marathon-Rennen findet an der Spitze ein hartes Rennen mit hohem Tempo statt. Die Masse von Radsportlern mit unterschiedlichsten Leistungsstufen folgt mit einer etwas entspannteren Geschwindigkeit - trotzdem tragen alle ihren persönlichen Wettkampf aus. An einem der Anstiege haben Anwohner die Worte "The last Hill – Der letzte Anstieg" auf die Straße gesprüht – für alle eine willkommene Nachricht und die letzten Energiereserven werden aktiviert. Zurück in Pitlochry werden die Radsportler von ihren Freunden und Angehörigen sowie von begeisterten Anwohnern erwartet und gebührend bejubelt. Jeder Finisher erhält eine wohlverdiente Medaille. Der diesjährige Gewinner, der 18jährige Schotte Tom Arnstein aus Glasgow, hat die 130 Kilometer in 3h 28min 43 sek zurückgelegt – gerade einmal 1 Minute langsamer als der aktuelle Streckenrekord von 3:27:32, welcher im Jahr 2011 von Profiradsportler Evan Oliphant (mittlerweile Team Raleigh, ehemals Endura Racing Team) gesetzt wurde. Der erste Endura-Radsportler rollt nach 03:38:27 ins Ziel, dicht gefolgt von einem seiner Kollegen. Alle fünf Jungs vom Endura-Verkaufsteam bewältigen die Etape Caledonia in einer Zeit unter 4h15min und sind entsprechend hochzufrieden mit ihrem Ergebnis.

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Die freundliche Crew von Challenger World, dem Veranstalter der Etape Caledonia, sind mittlerweile schon wieder mit den Vorbereitungen der nächsten Sportives beschäftigt. Am 18. August findet zum ersten Mal die Etape Mercia in Cheshire, England statt. Die 68.9 Meilen/ 111km lange Etape Mercia mit dem Credo "Be the first – Sei der erste!" ist nicht allzu hügelig und eignet sich gut für Einsteiger. Die bergige, 78 Meilen lange Etape Pennines am 6. Oktober hingegen wird ihren Teilnehmern auch in ihrem zweiten Jahr eine äußerst anspruchsvolle Herausforderung bieten – gemäß dem Motto "Take it on – Nimm's in Angriff!"!

 

Text: Katrin Engel


Etape Caledonia: www.etapecaledonia.co.uk
Etape Mercia: www.etapemercia.co.uk
Etape Pennines: www.etapepennines.co.uk

 

GB

 

Innterview

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Scott Thwaites (* 12. Februar 1990) . fährt seit 2010 für das britische Continental Team Endura Racing, bzw. seit dieser Saison für das Team NetApp Endura. Er ist britischer Mountainbike-, Cyclocross- und Straßenradrennfahrer. Auf dem Mountainbike wurde er 2009 britischer Meister im Cross Country.

Hallo Scott, Du kennst die britische Rennszene sehr gut. Wie Rennradverrückt sind Deine Landsleute?
Ich würde nicht sagen, dass meine Landsleute "radverrückt" sind. Es sind nur normale Rennfahrer die für ihr Leben gerne auf dem Rad sitzen.

Hat sich durch das Team Sky, Sir Chris Hoy und den ersten britischen Toursieger viel verändert?
Radsport wird jetzt viel mehr wahrgenommen und hat einen ganz neuen Stellenwert, der immer mehr Leute begeistert und auch dazu führt, dass immer mehr Leute aufs Rad steigen. Ja, es gibt eine richtigen Radsport-Boom in England, der natürlich auch noch durch die Tour de France, die ja 2014 in Yorkshire startet befeuert wird.

Das Englische Wetter ist ja berüchtigt. Wie motivierst Du Dich, wenn es schon am Start bei 8° regnet?
Ich bin das schlechte Wetter hier ja gewöhnt und hab mich eigentlich auch damit abgefunden. Das Wetter auf einer Etappe ist ja für alle gleich. Und wenn es Dir nichts ausmacht, weißt Du schon am Start, dass die Hälfte der anderen Fahrer heute keine Lust hat zu fahren.

Und die Ausrüstung? Was zieht Ihr alles an?
Wenn es kalt ist, versuche ich so viel Haut wie möglich zu bedecken und ziehe so viele Lagen wie möglich übereinander an, um die warme Luft am Körper zu halten.

Ist es da gut einen Ausrüster aus England zu haben? Die haben ja Kompetenz bei schlechtem Wetter.
Definitiv ja! Die Jungs in Livingston tragen und testen ihre Sachen ja schon seit Jahren bei schlechtem Wetter. Die wissen genau was wir Rennfahrer bei Kälte und Nässe brauchen.

Euer Team hat eine Wildcard für die Vuelta. Bist Du dabei?
Das ist noch nicht sicher. Die Teamleitung hat sich noch nicht entschieden wer von uns zur Vuelta fährt.

Und was rechnet Ihr Euch da aus?
Es ist eine gute Möglichkeit für das Team zu zeigen, dass es mit den GS1 Teams mithalten kann. Und hoffentlich können wir uns durch unsere Performance dort die eine oder ander Wildcard für 2014 sichern.

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