GETTING FAST

GETTING FAST

Ein Wiedereinstieg mit dem Trans Vorarlberg Triathlon

Triathlon boomt! Und einen Ironman gemacht zu haben, gehört in manchen Kreisen ja schon fast zum guten Ton. Auch ich ging mit der Idee, mich mal an einer Langdistanz zu versuchen, lange schwanger und als dann im Freundeskreis immer mehr mit einem Anmeldeformular wedelten, stieg nicht nur der soziale Druck ins Unermessliche. Ja, ich werde auch zum Ironman – oder versuche es zumindest.

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Diese Entscheidung ist nun schon wieder ein paar Monate her, ich hatte sie ganz für mich alleine irgendwann im Frühjahr getroffen. Anfänglich hab ich es nur im engsten Freundeskreis erzählt, ich wollte dem „jetzt fängt er auch noch damit an-Gerede“ vorbeugen. Meine Freundin war aber gleich Feuer und Flamme und unterstützte mich von Anfang an. Neben dem Entschluss: „Ja ich mach einen Ironman“ und „Ich bin angemeldet“ vergingen natürlich wieder ein paar Wochen. Was ist der richtige Termin, welche Strecke passt und wo kann und will ich Starten? Nach langem Hin und Her, kristallisierte sich immer mehr Mallorca am 24. September heraus. Und irgendwann wedelte auch ich mit dem Anmeldeformular. Jetzt beginnt also die heiße Phase. Vor dem Schwimmen habe ich keine Angst. Das kann ich, da muss ich nur die Distanz trainieren. Radfahren über 180km macht mir auch keine Sorgen, aber der Marathon. Und natürlich die Verbindung der drei Disziplinen an einem Tag. Als ich Ralf – dem Herausgeber dieser Zeitung – im Frühsommer von meinem Plan erzählte, konfrontierte der mich gleich mit einigen Fragen, zu denen ich mir noch keine Gedanken gemacht hatte: Mit welchen Rad willst starten? Bist Du schon mal 180km auf einer Zeitfahrmaschine gesessen? Hast Du jemand, der sich mit dem Thema auskennt und welche Vorbereitungswettkämpfe willst Du machen? Alles Gute Fragen und alle berechtigt – also begann der „Plan Ironman“ fast noch mal von vorne. Ralf brachte mich mit Thorsten zusammen – ein Ironman der ersten Stunde mit guten Kontakten und noch besseren Tipps. Bei Cervelo konnten wir uns auch über gute Kontakte ein P5 leihen und als Vorbereitung hatte ich mir den Trans Vorarlberg Triathlon ausgesucht. Die Sache nahm Gestalt an. Die Einheiten wurden länger.

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Aber irgendwie fand ich nicht die richtige Position auf dem neuen Rad. Ich war zwar sehr schnell unterwegs, aber nicht entspannt und musste immer wieder aus der Aero-Position. Wieder kam die Hilfe in Gestalt von Thorsten daher: Er organisierte kurzerhand ein Bikefitting beim Radhaus in Rankweil, Sitz des Team Vorarlberg und der Trans Vorarlberg GmbH, dem Veranstalter des Trans Vorarlberg Triathlon. „Wenn Du willst, setzen Dich die Jungs mal richtig auf´s Rad und gehen dann die Strecke mit Dir durch“. Ein so sensationelles Angebot kann man natürlich nicht ausschlagen! Und dass die Jungs vom Team Vorarlberg wissen wovon sie sprechen, merkt man sofort: „Na, des kann ja ned funktionieren!“ tönt Johannes, der Chefschrauber, gleich im breiten Vorarlberger Dialekt, als er mich auf dem P5 sieht. Sattel weit nach vorne, etwas runter, die Pads auseinander, den Lenker etwas tiefer und nach oben geneigt – das ganze dauert keine zehn Minuten und wird mit „Jetza, probiers´noch a mal“ abgeschlossen. Und was soll ich sagen: Erstens macht es Spaß, einem Profi bei der Arbeit zu zuschauen und zweitens ist das Ergebnis unglaublich! Draufgesetzt und wohlgefühlt! Weitere zehn Minuten später ist das Bike noch mal komplett durchgecheckt und Johannes entlässt mich auf die Schwimmstrecke. Die Bregenzer Bucht bietet für den Trans Vorarlberg Triathlon eine märchenhafte Kulisse: Vom Landstart im Strandbad schwimmen die Teilnehmer in einem Rundkurs um zwei Bojen wieder zurück ins Strandbad – stets vor der Silhouette der Alpen und der größten Seebühne der Welt. Die Radstrecke führt über 93 Kilometer quer durch die wunderbare Landschaft des Bregenzerwaldes, über den 1675 m hohen Hochtannbergpass zur zweiten Wechselzone nach Lech am Arlberg. Insgesamt sind 2000 Höhenmeter zu bewältigen.

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Je mehr sich die Athleten dem Ort Schröcken nähern, umso mehr beginnt die Straße zu steigen. Es geht immer steiler hinauf über die wunderschöne Hochalpenstraße bis zum höchsten Punkt der Radstrecke, dem Hochtannbergpass. Sein progressiver Steigungsverlauf ist für alle die ultimative Herausforderung. Die 12 km Laufstrecke führt aus der Wechselzone entlang dem Ortsrand von Lech hinein ins Zentrum. Dort geht es dann hinaus auf den Wanderwegen, am Lech entlang inmitten einer atemberaubenden Bergkulisse. Über eine malerische Holzbrücke und rund um das romantische Schwimmbad geht es auf der anderen Ortsseite von Lech auf die zweite Runde und dann zurück zum Ziel. Wir haben es bei der „Begehung“ natürlich nicht eilig, lassen uns Zeit und genießen auch mal die unglaubliche Natur, die vom Strandbad bis zu hochalpinem Gelände alles bietet. Und so sitze ich nach guten fünf Stunden Genuss- Triathlon bei Denny auf der Trasse des Tannberger Hofs in Lech am Arlberg. Denny ist einer der Unterstützer des Triathlons, selbst aktiver Athlet und Hotelchef in einer Person. Und er versorgt mich noch mit den letzten News und Tipps, dem ich aber nur noch halbherzig zuhöre: Die Kässpatzen mit Vorarlberger Käs sind einfach im Moment zu lecker!

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So „eingestellt“, mit all den guten Tipps der Profis und nach dem Testrun können die Wettkämpfe kommen. Nur ob Mallorca oder der Trans Vorarlberg das Highlight wird, bin ich mir noch nicht ganz sicher!

INFO BOX:

Trans Vorarlberg Triathlon
Der Trans Vorarlberg wird seinem Namen gerecht: Eines der größten Triathlon-Events Österreichs deckt fast das ganze Spektrum Vorarlberger Landschaftsvielfalt ab. Auf 1,2 Kilometer Schwimmen im Bodensee folgen satte 93 Kilometer und 2000 Höhenmeter Radfahren durch den Bregenzerwald und eine abschließende 12-Kilometer-Laufstrecke in der imposanten Gebirgskulisse von Lech am Arlberg.

Termin: 27.08.2016
Start: 8.00 Uhr im Strandbad Bregenz
www.transvorarlberg.at

Fotos: Team Vorarlberg & BDC | Text: Tassilo Lermann

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