RAPHA SUPER CROSS MÜNCHEN

RAPHA SUPER CROSS MÜNCHEN

„Ein Rennen auf historischem Terrain“

Bei der zweiten Ausgabe des Rapha Super Cross Festivals im Olympiapark München wurde der Querfeldein-Radsport zelebriert, wie es besser nicht hätte sein können. Der RC “Die Schwalben” 1894 München konnte auf den historischen Strecken der Querfeldein- Weltmeisterschaften von 1985 und 1997 ein Cross-Festival auf die Beine stellen, das in Deutschland bislang einmalig ist und zu dem viele Hobby- und Lizenzfahrer pilgerten.

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Das Wetter war zwar mit eher milden Temperaturen und teils Sonnenschein Cross-untypisch, jedoch ein Garant für zahlreiche Zuschauer und eine beeindruckende Stimmung am Rande des Rundkurses, der fast 600 Startern über zwei Tage und 19 Rennen in unterschiedlichen Kategorien alles abforderte. Der Kurs, der an der Rennstrecke der Querfeldein Weltmeisterschaften in München 1985 und 1997 angelehnt war, bestach durch schnelle Sprintpassagen, das knifflige Wellental, die Kopfsteinpflaster und natürlichen Gras-Treppen, die, wie auch die Hürden, die meisten Fahrer zu einer kurzen Laufeinheit samt geschultertem Bike zwang. Die berühmt- berüchtigte Schaumwand und der Wasser bomben- Shortcut sorgten in den Hobby Rennen des Rapha Super Cross für unterhaltsame Abwechslung im Fahrerfeld wie auch bei den mehr als 2000 Zuschauern. Die machten sich an der Strecke mit lauten Anfeuerungen und Kuhglocken bemerkbar. Was perfekt zu den besonderen Highlights der Strecke passte: Quer durch ein Bierzelt, wo den Fahrern von der Blaskapelle Poing’s Bunter Hauf´n der Marsch geblasen wurde, eine Schaumwand sowie die berüchtigte Tequila- Abkürzung.

Neben zahlreichen Nachwuchs- Rennfahrern, ließen es sich auch die Cross Elite Fahrer aus Nah und Fern nicht nehmen, nach München zum Rapha Super Cross zu kommen. Sie lieferten sich in einem aussergewöhnlich starkem Fahrerfeld von 50 Rennfahrern ein beeindruckendes, schnelles und spannendes Rennen. Das Hauptrennen war jedoch wieder den Hobby Fahrern überlassen und wie bereits im letzten Jahr hießen knapp 180 FahrerInnen diese Gelegenheit herzlich willkommen.

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In zwei Qualifikations läufen mussten sich die Hobbisten für das Finale der besten 90 am Sonntag qualifizieren. Im Finale der Damen fuhr Christiane Happe aus Freibug in einem tollen Rennen zum Sieg. Bei den Herren lieferten sich der Allgäuer Bernd den Hollander, der Münchner Christian Geis und der Amateur Weltmeister von 1985 Mike Kluge ein spannendes Rennen. Am Ende ließ sich Weltmeister Mike Kluge dank gut eingeteiltem Rennen und überragender Kurventechnik den Sieg nicht nehmen und fuhr nach 30 Jahren in München wieder aufs Podium; diesmal gab es zwar keinen Weltmeister Titel zu holen jedoch die höchste Auszeichnung bei Rapha Super Cross und wahrscheinlich dem derzeit größtem Cross Festival im deutschsprachigen Raum. Die zahlreichen Zuschauer kamen auch abseits der Strecke im Expo- Village auf ihre Kosten und konnten sich bei renommierten wie Newcomer-Herstellern aus der Fahrradindustrie über Produktneuigkeiten fachsimpeln, informieren und testen. In Rapha’s rollendem Mobile Cycle Club Franco bot sich dem Publikum ein kleiner Super Cross Store, der neben der neuesten Rapha Cross Kollektion auch frischen Espresso offerierte.

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Das große Event-Zelt am Start und Zielbereich lud zum Essen und Trinken ein und war ein beliebter Treffpunkt aller rennbegeisterten Zuschauer, die Zieleinläufe und Siegerehrungen der Gewinner bei Blasmusik und unter redegewandtem Einsatz der zwei Sprecher Christian Lichtenberg und Tilman Rieger live mitzuverfolgen.

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Mike Kluges Bilanz in allen Radsportbereichen ist beeindruckend: Er ist mehrfacher Deutscher Meister und Weltmeister im Cyclocross, Gesamt-Weltcup-Sieger im Mountainbike und war ein sehr erfolgreicher Straßenfahrer. Nach seiner aktiven Karriere blieb Mike Kluge auch als Trainer weiter auf der Erfolgsspur, wobei er unter anderem Hanka Kupfernagel dreimal zum Weltmeistertitel verhalf. Sein wichtigstes Rennen fuhr er 1985 in München. Dort holte er sich den Weltmeister-Titel der Querfeldein-Amateure und gewann seinen ersten großen Titel und legt den Grundstein für eine unvergleichliche Radsportkarriere. Letztes Jahr, 30 Jahre später, kam er beim "Rapha Super Cross" auf seine historische Strecke zurück.

BDC: Hallo Mike, wie war es für Dich, nach 30 Jahren wieder ein Rennen im Olympiapark zu fahren?
Mike Kluge: Sehr emotional. Schließlich hatte meine Karriere dort ihren weltöffentlichen Start gehabt. Ab diesem Tag hatte mein Leben eine ganz andere Geschwindigkeit. Ich war ja damals noch Amateur, wurde aber eigentlich da schon zum Profi. Und es war ja das absolute Highlight der Saison. Ich kam nach München als amtierender Deutscher Meister und hatte wegen ein paar für mich sehr ärgerlichen Fehlern bei ein paar Rennen davor auch Richtig Wut im Bauch und war extrem motiviert.

BDC: Und wie lief das Rennen?
Mike Kluge: Sehr, sehr gut. Es ging alles nach Plan und wurde mit dem Weltmeistertitel belohnt.

BDC: Was hat der Titel für Dich verändert?
Mike Kluge: Alles! Medienanfragen, öffentliches Interesse, Partys. Für mich war es aber wichtig, dass der Erfolg keine Eintagsfliege bleibt. Leider war die WM 1986 eine extreme Schlamschlacht und es klappte erst 1987 wieder. 1988 kam es dann zum Eklat, weil ich das WM Rennen abgebrochen habe – die Strecke war für mich einfach unfahrbar. Das hatte dann mehrere Folgen: Die UCI änderte die Regeln für Cross-Rennen, der BDR verweigerte mir den Startplatz bei den Olympischen Spielen und ich zog in die USA.

BDC: Und wann bist Du wieder auf’s Rad gestiegen?
Mike Kluge: Es kamen in der Zeit mehrere Angebote von Straßen Rennradteams, aber Rennrad war mir immer zu langweilig, zu lang und auch oft zu kalt. Irgendwann kam dann das Angebot beim Grundig MTB Weltcup mitzufahren. Ich bin dann erst mal in einen Radshop in Kalifornien sah, und hab mir diese Räder angeschaut und war gleich begeistert. Als ich dann auch noch die Austragungsorte Südfrankreich, Spanien und Kalifornien war für mich die Entscheidung gefallen. Von da an für ich zweigleisig.

BDC: Und wie war es nach 30 Jahren wieder in München zu starten?
Mike Kluge: Das war eigentlich gar nicht geplant. Ich war eigentlich für Focus vor Ort und ließ mich dann doch überreden. Zum Glück hatte die Strecke sehr viele Kurven in denen ich meine Technik voll ausspielen konnte. Auf einer „Drückerstrecke“ hätte ich gegen die Jungen Wilden keine Chance gehabt. Aber so konnte ich zu meiner Überraschung nach 30 Jahren noch mal ein Rennen in München gewinnen. Spaß hat es letztes Jahr und vor 30 Jahren gemacht!

 

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Fotos: Sebastian Schels & Frank van der Sman | Text: Ricky Buckenlei

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