TRAMIN

TRAMIN

DIE FLUCHT VOR DER KALTEN SOPHIE

Pfingsten 2016, Wettervorhersage bei uns in Bayern: 10° und Dauerregen. Typisch für die Eisheiligen. Typisch für das Frühjahr 2016. Immer etwas zu kalt und immer wieder Regen. Und wenn es eine absolut tödliche Kombination für uns Rennradfahrer gibt, dann naß und kalt!

Da hilft wohl nur noch eins: Ab in den Süden, ab ins gelobte Land, ab nach Südtirol. Die diversen Wetterseiten im Internet versprechen uns für die Alpensüdseite 20° und Sonne, ein Anruf bei unseren Freunden von RoadBike Holidays verschafft uns schnell und unkompliziert ein Zimmer, also Räder ins Auto und ab über den Brenner.

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Italien – oder besser Südtirol, um den Einheimischen nicht zu nahe zu treten – empfängt uns gebührend: Schon am Brenner verziehen sich die Wolken und mit jedem Kilometer steigt die Temperatur. Als wir in Auer von der Autostrada abfahren hat es 24°, die Natur scheint geradezu zu explodieren und die Sonne strahlt. Unser Hotel begrüßt uns schon auf dem Parkplatz mit den Nationalfarben: ein weißes und ein rot lackiertes Fahrrad auf grünem Rasen. Die Räder werden im Radkeller sicher untergebracht und sind dort auch "bis zum vollen Wert versichert", wie uns Hotelchef Arno mitteilt. Arno ist nicht nur der Eigentümer von Südtirols erstem Rennrad Hotel, er ist auch Tourguide, passionierter Rennradfahrer und Triathlet und erinnert uns sofort an "Il Pirata". Beim Abendessen geht er von Tisch zu Tisch, um mit seinen Gästen – die an diesem Pfingstwochenende ausschließlich Rennradfahrer sind – die Touren des nächsten Tages zu besprechen. Er gibt Tipps, kennt die Wettervorhersage und bei vielen auch die körperliche Fitness und kann so jedem seine Tour bestmöglich zusammenstellen. Wir wollten eigentlich in die Brenta, wovon uns Arno aber abrät, denn dort könne es gegen Mittag zu regnen beginnen. Nachdem geklärt ist, wie weit und wie viele Höhenmeter wir fahren wollen, rät er uns zur "Cavalese-Runde" und schlägt dann, nach kurzem Überlegen, vor uns zu begleiten. "Abfahrt 9.30 paßt Euch?"

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Beim Frühstück verteilt er auf einem Tablet die GPS Geräte an die Tische. Auch wir bekommen eins "zur Sicherheit", denn er fühle sich heute nicht so gut und wisse nicht, ob er bis zum Schluss mithalten beziehungsweise mitfahren könne. Als wir Ihn dann kurze Zeit später mit seinem Chippolini Fahrrad durch die Hotellobby marschieren sehen, wissen wir, dass das nur Understatement war! Circa 6.000 Kilometer fahre er nur mit Gästen, dazu noch eigenes Training und Rennen.

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Vom Hotel aus geht es in entspannter Doppelreihe Richtung Süden, natürlich nie auf der Hauptstraße, sondern kreuz und quer durch die Apfelplantagen und Weinberge. Arno kennt sich natürlich perfekt aus und gibt einen umsichtigen Guide: Er warnt vor jeder scharfen Kurve, jedem Schlagloch und sonstigen Hindernissen die unseren Carbonhobeln und uns nicht gut bekommen könnten. Er kennt seine Heimat. Und so erfahren wir wo Francessco Moser wohnt, wo es den besten Grappa der Gegend gibt, was es mit den neuen Verkehrsregeln für Radfahrer auf sich hat, reden über die autochthone Rebsorten der Gegend, können den Anstieg zur Alpe Cermis bewundern, auf dem im Winter die Langläufer bei der Tour de Ski alles geben und erfahren, dass der Pilot der Maschine, die in den 80ern das Seil der Gondel in Cavalese durchtrennt hat, nie in Italien angeklagt wurde.

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Arno bietet das Rundum Sorglos Paket, ist Mitfahrer, Guide und Fremdenführer in einer Person. Und wir können einfach das tun, wofür wir gekommen sind: Rennradfahren! Über kleine Straßen mit sehr wenig Verkehr geht es ins Val die Fiemme, die fünf Espressi kosten in einer der kleinen Bars zusammen nur fünf Euro, und der Aperol Spritz bei der Mittagspause nur 2,50 EUR. Oh wie schön ist Südtirol! Frisch gestärkt geht es dann "leider über die Staatstrasse" zurück Richtung Eisacktal. Als wir wieder im Hotel angekommen sind, gibt Arno sofort wieder den Gastgeber und serviert uns eine "kleine Brotzeit und a Flascherl Weißen" im Garten des Hotels. Wir sitzen unter Palmen, genießen die Sonne und checken das Regenwetter in Good old Germany.

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Am nächsten Tag schließen wir uns der "Hausrunde" an, die Arno immer an einer Tafel in der Lobby schon am Vortag ausschreibt. Ein "Klassiker" über den Mendelpass und den Predaia steht auf dem Programm. Die Route und das Höhenprofil kann man sich in der "Tourenmappe" anschauen, damit jeder weiß, was auf ihn zukommt. Für uns "Alte Südtirolhasen" sind die beiden Pässe natürlich alte Bekannte, aber auch hier zeigt sich mal wieder, was ein Einheimischer als Guide ausmacht: Schon auf der Anfahrt zur ersten Steigung fahren wir nur ganz kurz auf öffentlichen Straßen. Am Mendelpass haben wir zwei Mal Glück, erstens ist der untere Bereich frisch geteert und zum anderen hält sich der Sportwagen und Motorradverkehr an diesem Tag deutlich in Grenzen und so können wir alle die wunderbaren Ausblick über Bozen, das Eisacktal und die verschneiten Dolomitengipfel voll genießen. Sobald sich die Möglichkeit bietet, verlassen wir die Straße und fahren auf einem der neu angelegten Radwege oder auf Nebenstraßen. Hätten wir Arno nicht persönlich dabei, könnten wir uns auch auf den digitalen Arno verlassen, denn "90% aller GPS-Tracks die es für die Gegend hier im Internet gibt sind von mir" lacht er. Nur für das Eisacktal beziehungsweise den Ora – den bekannten Wind, der angeblich immer erst nachmittags von Norden nach Süden weht – hat er keinen Schleichweg und auch keine Erklärung, warum er uns diesmal schon gegen Mittag mit kräftigen Böen direkt von vorne ins Gesicht bläßt. Und so geht es auf dem ausgesetzten Eisacktal Radweg mit seinen bei Gegenwind endlos langen Geraden zurück nach Tramin. Auf dem letzten Stück, kurz vor dem Ortsschild, wird natürlich ein kleiner Sprint ausgefahren, den aber, und das ist Ehrensache, nur einer gewinnen darf!

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Als wir eine paar Stunden später unsere Räder auf einem Pendlerparkplatz kurz vor München umladen ergibt sich ein witziges Bild: Kurze Hosen, etwas gebräunte Waden und FlipFlops treffen auf Primaloftjacken und rote "kalte-Sophie-Nasen".

 

Infobox:

Roadbike Holidays steht für geprüfte Qualität – in allen Bereichen, die für einen gelungenen Urlaub mit dem Rennrad wichtig sind. www.roadbike-holidays.com


Infos zur Region:
Südtiroler Weinstraße – Tramin / Kalterer See www.tramin.com/bike

Bikehotels vor Ort:
Bikehotel Arndt *** | www.hotelarndt.it
Hotel Teutschhaus ***S | www.teutschhaus.it

 

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