COLORADO

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THE US PRO CHALLENGE 2015

Wer kennt sie nicht die zahlreichen, wohlklingenden Namen weltberühmter Skisportzentren wie Aspen, Breckendridge und Co.? Da tauchen sie auch schon auf, die Bilder unendlicher Weite, großzügig angelegten Straßen und Pisten und die von sehr dünner Besiedelung. Aber an Radfahren denkt man erst mal nicht. Ein paar vielleicht an unendlich lange Abrahrten in Bikeparks, aber an Rennradfahren? Eher wenige.

Wobei das Rennrad als Reisevehikel doch nahezu ideal ist. Die Geschwindigkeit die es erzeugt macht es möglich innerhalb von ein paar Tagen eine Landschaft, einen Landstrich erfahrbar zu machen. Colorado bietet in diesem Teil, in dem sich das Rennen 2015 abgespielt hat nahezu alles was man sich vorstellen kann in diesen Breiten. Innerhalb weniger Kilometer wechselt man von Wüstenähnlichen Landschaften in alpine Nadelwälder...

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GREGORY DANIEL, 20, trainiert und lebt in Denver. Er fährt für das Nachwuchsteam Axeon und die US U23 Nationalmannschaft..

BDC: Was war Deine erste Rennrad-Tour hier in Colorado?
GD: Meine erste Tour hab ich mit 13 gemacht. Ich hab von meinen Eltern ein altes, ziemlich einfach ausgestattetes Specialized Rennrad bekommen und bin damit raus zum Cherry Creek Reservoir gefahren. Eine sehr kurze Tour, aber ich hatte so viel Spaß! Ich glaube, die Runde ist kaum mehr als 10 Meilen, aber damals fühlte es sich so weit und so gut an. Jeder von uns fängt ja mal klein an. Aber bei mir war es vom ersten Moment an so, dass ich jede Sekunde auf dem Rad, jeden Meter geliebt habe. Ich konnte es kaum erwarten, am nächsten Tag wieder zu fahren, länger und weiter. Ich hatte meine Passion gefunden.

BDC: Hast Du eine Runde die, oder eine Gegend, in der Du immer wieder fährst, oder ist Dir die Umgebung beziehungsweise die Landschaft für Deine Trainingsrunden egal?
GD: Ich versuche, immer Abwechslung in meine Runden zu bekommen. Immer dieselbe zu fahren, wird ja auch sehr schnell monoton. Aber eine Runde, die ich seit ich 13 bin, immer wieder fahre und die ich sehr, sehr liebe, ist High Grade. Das ist ein Anstieg ungefähr 45 Minuten von meinem Haus entfernt und ein unglaublich guter Anstieg, um hart zu trainieren. Die Aussicht ist unbeschreiblich und man trifft so viele andere Radfahrer – eine unglaubliche Stimmung und eine gute Community!

BDC: Peter Winnen schreibt: Beim Radfahren wird die Landschaft über die Beine ins Gehirn gehämmert? Gibt es bei Dir eine Runde oder eine Landschaft, die in Dein Gehirn „gehämmert“ ist?
GD: Alpträume habe ich, wenn es um „Lookout“ geht. Den Anstieg bin ich das erste Mal mit 13 gefahren und dann sieben Jahre später während einem Rennen für die USAPCC im Jahr 2014. Ich musste ein paar Kilometer vor der Einfahrt das Rad wechseln und hab so sehr gelitten wie selten zuvor auf einem Rad. Ich glaube, das war wirklich die härteste Quälerei in meinem Leben. Aber es war mein Heimrennen, aufgeben war also keine Option. Ich hab gelitten wie selten zuvor, aber gleichzeitig war es ein unglaubliches Gefühl ,auf Straßen Rennen zu fahren, die ich schon so oft im Training gefahren bin. Ein ganz besonderer Tag.

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BDC: Was ist für Dich der Unterschied zwischen Radfahren in Coloraldo oder Amerika und Radfahren in Europa?
GD: Radrennen in Europa haben ganz andere Herausforderungen. Die Straßen sind eng, die Rennen heftig und es gibt fast nie eine Atempause. Ich war anfangs richtig eingeschüchtert, aber unser Verband USA Cycling hat mich da sehr unterstützt. Sie waren immer bei mir, als ich noch jung war und haben mir geholfen, wo sie konnten. Sie waren immer für mich da, seit ich 15 Jahre alt bin. Ohne diese Unterstützung wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Ohne die Begleiter und anderen Fahrer wäre ich ein Niemand. Sie haben mir damals sehr geholfen und tun es immer noch. Aber Europa, speziell Aigle, wo wir damals mit USA Cycling trainiert haben, bietet wahrscheinlich die beeindruckensten Touren und Aussichten, die ich je gesehen habe. Und jedes Jahr, wenn ich wieder rüber fliege, werde ich an diese Schönheit erinnert. Es gibt so viele verborgene Juwelen überall in Europa. Das erinnert mich immer daran, wie gesegnet ich bin, dass ich auf der ganzen Welt unterwegs sein darf, um Rennrad zu fahren und dabei so viele tolle Menschen kennenlernen darf.

BDC: Wenn für Dich die Landschaft in der Du fährst, eine so große Rolle spielt, in welcher Weise tut sie es? Motivierend oder entspannend?
GD: Die Landschaft in der ich fahre, spielt für mich eine enorme Rolle. Das ist doch das Schöne am Radfahren und leider auch die zwei Seiten der gleichen Medaille: Auf der einen Seite kann sie brutal sein und dich so fertig machen, dass du keinen Meter mehr fahren kannst. Auf der anderen Seite ist es so friedfertig, durch die Natur zu fahren. Radfahren ist nicht wie andere Sportarten, bei denen du in einer Halle oder in einem Stadium spielst. Es ist draußen in der Natur und mit der Natur – und das macht es aus. Die Zuschauer kommen an die Strecke und sehen uns vorbeiflitzen, dann gehen sie wieder heim und schauen den Rest im Fernsehen an. Wenn meine Familie meine Rennen verfolgt, glaube ich fast, dass sie die Landschaftsaufnahmen und die Infos über die Regionen mehr interessieren, als das aktuelle Rennen oder wie es gerade für mich läuft. Aber genau das macht den Reiz des Radfahrens aus: Man macht es in der Natur und zusammen mit der Natur. Man kann lange Distanzen fahren und die wildesten Anstiege bewältigen.

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BDC: Wenn für Dich die Landschaft in der Du fährst, eine so große Rolle spielt, in welcher Weise tut sie es? Motivierend oder entspannend?
GD: Die Landschaft in der ich fahre, spielt für mich eine enorme Rolle. Das ist doch das Schöne am Radfahren und leider auch die zwei Seiten der gleichen Medaille: Auf der einen Seite kann sie brutal sein und dich so fertig machen, dass du keinen Meter mehr fahren kannst. Auf der anderen Seite ist es so friedfertig, durch die Natur zu fahren. Radfahren ist nicht wie andere Sportarten, bei denen du in einer Halle oder in einem Stadium spielst. Es ist draußen in der Natur und mit der Natur – und das macht es aus. Die Zuschauer kommen an die Strecke und sehen uns vorbeiflitzen, dann gehen sie wieder heim und schauen den Rest im Fernsehen an. Wenn meine Familie meine Rennen verfolgt, glaube ich fast, dass sie die Landschaftsaufnahmen und die Infos über die Regionen mehr interessieren, als das aktuelle Rennen oder wie es gerade für mich läuft. Aber genau das macht den Reiz des Radfahrens aus: Man macht es in der Natur und zusammen mit der Natur. Man kann lange Distanzen fahren und die wildesten Anstiege bewältigen.Chris Anker Sorenson in einer Ausreißergruppe vor dem Feld. Das war unglaublich, weil ich ihn schon als Jugendlicher bewundert habe, als er 2010 beim Giro d’Italia eine Etappe gewonnen hat. Und ich war zusammen mit ihm vor dem Feld und das in meiner Heimat, vor meinen Freunden. Ich habe extremen Respekt davor, wie Chris Rennen fährt. Und dann waren wir zusammen in der Fluchtgruppe, vor meinen Freunden und meiner Familie. Ich kann das fast immer noch nicht glauben. Ich muss mich da einfach nur bei meinem Team und den Sponsoren bedanken, dass ich diesen Traum leben darf.

BDC: Auf welches Rennen freust Du dich denn 2016 ganz besonders? Und welches Rennen willst Du in Deiner Karriere unbedingt noch fahren?
GD: 2016 freue ich mich besonders auf die Tour of California, die Tour of Bretagne, die Tour of Utah und die UCI Straßen-Weltmeisterschaft in Doha. Ich liebe die Tour of California – sie ist Rennfahren im Paradies. Ein traumhaftes Rennen. Das Rennen selbst ist super und die Organisation ist einfach unglaublich. In Europa mag ich eigentlich alle Rennen, aber die Tour of Bretagne sticht da noch etwas raus. Und dann wird natürlich die Tour of Utah was ganz Besonderes, nachdem ich da letztes Jahr das KOM Trikot gewonnen habe. Ich hoffe, ich kann da heuer ähnlich erfolgreich fahren. Als großes Ziel steht natürlich die Tour de France. Einmal beim größten Rennen der Welt an der Startlinie zu stehen, wäre das Größte für mich. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg, den ich Schritt für Schritt gehen will.

Bericht & Fotos: Sebastian Scheis

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