KLAUS PETER THALER

KLAUS PETER THALER

Helden des Radsports

KLAUS PETER THALER - 50 Jahre Radsport

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Wenn der Vater von Klaus Peter Thaler im Jahre 1965 den Wünschen seines Filius nachgekommen wäre, und ihm zu dessen 16. Geburtstag die heiß gewünschte Kreidler Florett geschenkt hätte anstatt sein erstes eigenes Rennrad, wäre wohl einiges anders gelaufen. So aber begann eine beispiellose Radkarriere, die von 1964 bis 1988 dauerte und zahlreiche bedeutende Titel hervorbrachte: 1973 und 1976 wird er Querfeldein- Weltmeister der Amateure, 1985 und 1987 der Profis. Zwischen 1964 und 1988 stehen 17 Deutsche Meister-Titel zu Buche. An der Tour de France nahm Klaus Peter Thaler fünfmal teil, gewann 3 Etappen und trug 1978 auch 2 Tage das Gelbe Trikot. Als Gesamt-Dritter beendete er die Vuelta 1978. Aber zurück in die frühen 60er, zu seinem ersten Rad, einem Bismark, das peu à peu zum Rennrad umgebaut wurde, und zu der glücklichen Fügung, dass im gleichen Dorf ein Nationalfahrer wohnt: Horst Kämpfer war dreifacher Deutscher Bergmeister. Klaus Peter durfte anfänglich sein Rad putzen und zu den Rennen mitfahren. Schnell folgten seine ersten Siege in der Jugendklasse und - da es im Siegerland nur zwei oder drei Rennen pro Saison gab, bei denen dann in der Jugendklasse nur immer drei Fahrer am Start waren - die ersten größeren Erfolge bei den Nachwuchsrennen in Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Es war eine harte Zeit: Er kam um drei aus der Schule und setzte sich aufs Rad. Abends mussten die Hausaufgaben erledigt werden und am Wochenende war er mit seinem Vater oder seinem Mentor Horst Kämpfer auf Rennen unterwegs. Es gab weder Sponsoren noch einen Trainer und er musste sich alles selbst organisieren: Material und Reisen wurden über die Preisgelder „gegenfinanziert“. So gab es mal 50,- Mark für eine Platzierung und 100,- Mark für einen Sieg. Bei einem Rennen in Dortmund war die Siegprämie ganze 1000,- Mark – unendlich viel Geld in den 60ern – und so war das Rennen auch total überbesetzt und schizophren – jeder wollte gewinnen und als Sieger mußte man hinterher so viele Leute aus der „Kombine“ auszahlen, was das Preisgeld wieder auf die 100,- Mark schrumpfen ließ.

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Durch die vielen Erfolge wurde Jupp Ahrens – damals Vertriebsleiter von Peugeot – auf ihn aufmerksam und auch gleich sein erster richtiger Sponsor. Peugeot war in den 70ern die Rad Marke und das erste gesponserte Rad für Klaus Peter also ein ganz großes Ding. Erst ab 1972, nach dem Wechsel zum Top-Amateurclub Viktoria Lövenich gab es Material und einen kleines monatliches „Gehalt“ von ein paar hundert Mark neben der Sporthilfe.

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Von da an sammelte er nationale und internationale Titel auf der Straße und im Querfeldein. 1976 trat er als amtierender Querfeldein Weltmeister bei den Olympischen Spielen in Montreal im Straßenrennen an und überquerte im Sprint der Spitzengruppe als Zweiter die Ziellinie. Die Silbermedaille wurde ihm allerdings wegen angeblicher Behinderung aberkannt. Der Ärger über die fehlende Unterstützung durch den BDR war bei ihm so groß, dass er nicht mehr für diesen Verband starten wollte. Genau zu der Zeit lag ihm dann noch ein Angebot des Teams Teka vor, ins Profilager zu wechseln – ein großer Schritt, der wohl überlegt sein wollte. Er war 27 Jahre, er wusste nicht wie gut er bei den Profis wirklich sein würde und es war damals verpönt, Profi zu werden – es gab ja kein deutsches Profiteam und keinen Weg zurück zu den Amateuren, wenn es schief ging.

Aber der Ärger und die Verlockung war zu groß: 1977 fuhr er seine erste Tour de France und konnte dort auch gleich eine Etappe gewinnen. Bei der Vuelta im gleichen Jahr schaffte er es mit Platz drei aufs Podium. Und er fuhr ja für ein spanisches Team – was für ein Einstieg! Das Leben als Radprofi in den 70ern war aber alles andere als glamourös: Das Medieninteresse in Deutschland war gering. Genau wie der Verdienst – schlappe 1500,- Mark an Prämie nach seiner ersten Tour. Die Belastungen waren aber vergleichbar mit heute. Und im Trikot steckten Mars und Nuts Riegel, vor dem Schlafengehen wurde noch eine Schüssel Müsli verputzt um die 10.000 Kalorien voll zu kriegen und neben dem Bett lagen immer Bananen für den Hunger in der Nacht.

Bei seiner zweiten Teilnahme – im Trikot der Raleigh Mannschaft - belegte er im Endklassement den 35. Rang, kam in der Punktewertung sogar auf Platz sechs, trug vorübergehend das Gelbe Trikot und gewann zwei Etappen. Insgesamt war er Fünfmal bei der Tour, ehe er 1983 seine sportliche Kariere zum ersten Mal beendete und Bundestrainer wurde. Da die Erfolge der Radamateure bei WM und den Olympischen Spielen jedoch ausblieben, wurde der Vertrag, der noch auf Probe war, nicht über die 2 Jahre hinaus verlängert. Er selbst fühlte sich aber noch so fit und schnell, dass er sich 1985 zum Rücktritt vom Rücktritt entschied und nach nur 6 Wochen intensiven Trainings zweiter bei der Deutschen Querfeldein Meisterschaft und zwei Wochen später, bei der Heim-WM in München, Weltmeister im Querfeldein wurde. Diesen Erfolg konnte er 1987 noch einmal wiederholen, bevor er 1988, nach fast 25 Jahren aktiven Radsport, seine Karriere zum zweiten Mal beendete.

Dem Radsport blieb er natürlich treu. Seine Frau führte damals schon die Geschäfte der Firma THALER SPORTS, die den Vertrieb der Adidas Radschuhe in Deutschland ausführte. Klaus Peter stieg, nachdem die Anfragen auf Autogrammstunden immer weniger wurden, voll in die Geschäfte mit ein und hatte damit seine große Leidenschaft Radsport zum dritten Mal zu seinem Beruf gemacht: Rennfahrer, Bundestrainer, Radsport Großhändler.

Eine weitere Karriere neben dem Radsport gab es im Motorsport, seiner alten Liebe. Von 1995 bis 2006 nahm er regelmäßig an den 10 Läufen des Langstreckenpokals Nürburgring auf einem werksunterstützten Opel Kadett, später Astra und Omega, teil. Ein Gesamtsieg und 3 Vizemeister stehen zu Buche, dazu eine Vielzahl von Klassensiegen und ein 4. und 5. Platz beim 24 Stunden Rennen. Dabei geht es richtig schnell zur Sache.

Anfang Juli sind er und seine Frau aus der Firma ausgeschieden. Sohn und Tochter sind weiter in der THALER SPORTS tätig. Von „Ruhestand“ darf mal allerdings nicht sprechen: 3- bis 4-mal pro Woche ist er immer noch auf dem Rad unterwegs: „Es macht mir immer noch Spaß, an meine Leistungsgrenzen zu gehen und sich in dem einen oder anderen Radmarathons mit anderen zu messen“. Aber nur noch „Just for fun“.

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