Mauro Sannino

Mauro Sannino

Der Italiener Mauro Sannino ist das, was man ehrfürchtig eine „Rahmenbaulegende“ nennt. Geboren und aufgewachsen in Trivero, nahe Vercelli , bekam er das Radsportgen schon in jungen Jahren von seinem Großvater übertragen. In der kleinen Werkstatt des Opas durfte Mauro immer mithelfen. Stahlrohre abmessen, anzeichnen und ablängen. Hier war es auch, wo Mauro das erste Mal ein Schweißgerät bedienen durfte und seine ersten Rennradrahmen schweißen durfte.

Natürlich legte der Opa Wert darauf, dass der junge Enkel nicht nur die Theorie beherrscht und schickte ihn zum örtlichen Radsportverein. Es waren die späten 50ger Jahre, die Etappen bei den Rennen noch sehr lang und so kann sich auch Mauro an die Anfänge seiner aktiven Rennradfahrer- Zeit damals nur noch mit den Worten „Es ging los mit extrem viel Trainingseinheiten“ erinnern. Er fuhr für das Team TRIPLEX aus Ponzone Vercelli Italian. In Italien war Radfahren damals schon Volkssport. Vier Jahre lang ist er in einer Klasse unter den Top Pros gefahren. Leider hat es nie dazu gereicht ein bedeutendes, wichtiges Rennen zu gewinnen. Nach ein paar Jahren erkannte er, dass er den Sprung zu den Profis nicht schaffen würde und sattelte um. Er machte sich auf, um alles über Rahmenbau zu lernen. Er begann eine Lehre in Turin, arbeitete danach für und mit den namhaften italienischen Rahmenbauern, lernte in 10 Jahren alles über Geometrieen, Material und Verarbeitung.

bild 07

1979 eröffnete er seine eigene Werkstatt. Seine Werkstatt war in der Nähe von Velodromo in Turin. Die Marke „Sannino“ war geboren. Es war ein kleine aber feine Rahmenschmiede. 1500 Rahmen konnten Mauro und sein Team damals pro Jahr herstellen. Markenzeichen der „Sannino“ Räder waren steilere Geometrien. Er entwarf Rennbikes mit 75° Sitzrohrwinkel und sogar 77° Steuerrohrwinkel und wurde damit sogar Ausrüster der Russischen Radnationalmanschaft. Leider wurden die Olympischen Spiele 1980 in Moskau von den USA boykottiert, so dass er und seine Marke nicht die große Bühnen bekamen.

Es waren die Zeiten wilder Rahmenkonstruktionen. „Stahl
ist ein so wunderbarer Werkstoff! Er läßt sich leicht formen und ermöglicht viele Experimente“. Experimente, die aus heutiger Sicht aberwitzig aussehen, aber damals State of the Art waren. Vorbauten, die am unteren Ende des Steuerrohrs verbaut waren, Rahmen in X-Form gefertigt aus dünnen Stahlkabeln und Positionen die längst verboten sind.

bild 06

Doch dann kam Aluminuim. Und die Ära, in der Sannino und seine Kollegen im Bau von Stahlrahmen ein sicheres Auskommen fanden, waren vorbei. Mit dem Boom der Alu-Rahmen in den 1990er Jahren begann der langsame aber stetige Abstieg seiner Turiner Rahmenbauschmiede. Das kümmerte Mauro – ganz Italiener – aber nur wenig. Das Geld reichtezum Leben und er durfte das tun, was er liebt. Doch dann starb seine Frau, die in der kleinen Firma die Bücher führte, sein Partner wollte sich zur Ruhe setzten und sein Sohn hatte kein Interesse die Firma zu übernehmen. Die Zeit der Stahlrahmen war definitv vorbei, Mauro war „Handwerker“ und kein Geschäftsmann.

Ein Glück, dass er einen alten Freund in Raubling hatte: Konrad Irlbacher, Chef der Fahrradmarke Corratec. Mauro vertrieb damals schon Corratec Räder und Parts in Italien und als der Vorschlag kam, nach Deutschland zu kommen und dort weiter Rahmen zu bauen, war die Entscheidung schnell getroffen. Irlbacher hatte eine Idee – hochwertige, personalisierte Carbonrahmen um seine Produktsortiment nach oben abzurunden.

Carbon war für Mauro eine neue Herausforderung. Nach wie vor ist er überzeugter und liebender „Stahlbauer“. Bei Stahl leuchten seine Augen, aber der Markt verlange nach leichten, steifen und zuverlässigen Rahmen. Und unglücklicherweise muß man sich am Markt orientieren. Mittlerweile hat er sich aber mit dem Material angefreundet. Er baut klassische Rahmen – aus Überzeugung und weil sie Ihm besser gefallen als die Oversized-Rahmen der Mitbewerber. Heute klebt er, was er früher geschweißt hat. Vieles erinnert noch an die gute alte Zeit des gemufften Stahlrahmens. Das Rohrregal, die Säge zum ablängen der Rohre, die uralte Rahmenlehre, die Mauro aus seiner Werkstatt in Turin mitgebracht hat.

bild 05

Der Rahmen sei immer das Herzstück des Rades. Er macht 95% aus – egal aus welchen Werkstoff er ist. Ein Maßgefertigter Carbonrahmen sei leicht, steiff und für jeden Radfahrer eine Offenbahrung aber ein schön aufgebauter, dünner Stahlrahmen sei fast eine Kunstwerk und was für´s Herz!

Verlosungen

Willkommen

Bicicletta da Corsa Numero Sedici Das war ja ein ...

L’EROICA

Back in Time – in Siena ist die Zeit stehengebleib...

ÖTZTAL

Tiefe Gefühle Ein Bericht über den Öztaler Radmar...

MIKE SINYARD

Helden des Radsports Irgendwie dreht sich bei Fir...

CESENATICO

Radverrückte Stadt an der Adria In Cesenatico tri...

Biciclettakombi by Maloja

Bicicletta Trikots