Gstaad

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Trainingslager im Berner Oberland

Alljährlich organisiert unser Rennrad-Club ein verlängertes Trainingswochenende, welches uns in diesem jahr in die Region Gstaad im Berner Oberland führt. Spät abends sind wir gestern im „Roadbike Holidays“ Hotel ERMITAGE, Wellness- & Spa-Hotel in Schönried angekommen und haben uns sogleich in unseren Zimmern verkrochen. jetzt sitzen wir gut erholt und ausgeschlafen gemeinsam am Frühstückstisch und blättern in der Tourenmappe. Von Gstaad aus schlängeln sich fünf Seitentäler durch die Berge. Der Legende nach sind die Täler im Saanenland von Gottes Hand geformt worden, als er während der Schöpfung eine Pause eingelegt hat. Die „Gstaad’s 4 Finger Runde“ ist mit Sicherheit eine gute Gelegenheit, die unmittelbare Gegend rund um unseren Urlaubsort zu erkunden. Mit 59 kilometern und 904 Höhenmetern ist sie auch perfekt geeignet, um Schwung aufzunehmen für größere Touren.

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Christian Rudin, der Experte im Ermitage, ist leidenschaftlicher Rennradfahrer und wird uns heute als Guide begleiten. Zum Einrollen gibt es leider keine Möglichkeit, es geht sofort bergauf in die erste Schleife nach Saanemöser. Zum Glück klettern wir nur 150 Höhenmeter am Südosthang bis zur Bergmatte empor, ehe uns eine rasante Abfahrt hinab bis in die Ortschaft Saanen führt. In Gstaad zweigen wir dann in das herrliche Tal Richtung Turbach ab und folgen einem idyllischen Bergbach, bis wir nach 4 Kehren schlussendlich den höchsten Punkt erreichen. Begleitet von traumhaften Ausblicken auf Gstaad und die umliegende Bergwelt verlassen wir auch dieses Tal wieder überaus zügig, um gleich den nächsten Anstieg in Angriff zu nehmen. „Jetzt werden wir mal sehen, ob ihr Power in den Beinen habt“ meint Christian, der damit auf die „Mur de Lauenen“, einen bis zu 20 Prozent steilen Anstieg in den Dorfkern von Lauenen, anspielt. Klar sind wir stark genug, immerhin fahren wir zuhause regelmäßig zwei Mal pro Woche, um uns auf eben solche Herausforderungen vorzubereiten. Unser Guide ist offensichtlich beeindruckt von unserer Leistung und bietet uns eine Extraschleife zum Kleinod Lauenensee an. Wieder einmal zeigt sich, wie wertvoll es ist, einen Profi an der Seite zu haben. Direkt hinter dem See ragen einige Dreitausender empor, die sich in der Wasseroberfläche spiegeln – das atemberaubende Panorama lässt uns innehalten und einfach nur staunen. Zurück in Lauenen stärken wir uns im Rahmen einer kurzen Rast bei Kaffee und Kuchen, bevor wir in das letzte der vier „Finger-Täler“ aufbrechen.

gstaadNachdem wir in Gstaad noch die gelungene Mischung aus alpiner Echtheit, Gelassenheit, schickem Charme und diskretem Luxus auf uns wirken lassen, die diese Region zu einem der beliebtesten Ferienziele berühmter Gäste macht, kehren wir zurück zum Hotel, um uns voll und ganz der Regeneration zu widmen. Die 3.500 m² große Wellness- Landschaft mit mehreren Pools, Solbad und einem unvergleichlichen Saunapark bringt Entspannung für Körper, Geist und Seele und lässt keine Wünsche offen. Auch für das leibliche Wohl wird hier im Ermitage bestens gesorgt. Das Kuchenbuffet am Nachmittag und das 5-gängige Abendessen mit Show-Küche und Käsebuffet bieten überaus genussvolle Möglichkeiten, die leeren Energiespeicher wieder aufzufüllen.

Nach der gestrigen Eingewöhnungstour, soll es heute etwas anstrengender und schweißtreibender werden. Auf der Königin-Runde werden wir den Süden der Region kennenlernen. „Der Col du Pillon und der Col de la Croix sind die zwei bekanntesten Pässe, die auch schon zu den Routen der Tour de Suisse und Tour de Romandie gehörten. Der weitaus weniger bekannte Aufstieg von Yvorne über die Militärstraße zum Lac Hongrin wird dann noch einmal all unsere Kräfte fordern“, stimmt uns Christian bereits gedanklich auf die Tour ein. Für die 121 Kilometer und 2830 Höhenmeter haben wir gute fünf Stunden eingeplant. Und los geht’s. Erstes Ziel ist der Col du Pillon, der das Saane-Tal im Osten mit dem Rhone-Tal im Westen verbindet. Voll motiviert nehmen wir die 500 Höhenmeter in Angriff, die nach der Extra-Runde durch das reichhaltige Frühstücksbuffet kein allzu großes Problem darstellen. Wir treten weiter in Richtung Col de la Croix, dem wohl bekanntesten Pass in der Westschweiz. Mit jedem gestrampelten Höhenmeter wird die Aussicht auf die Gletscherriesen im Osten imposanter – ein wahrlich eindrucksvoller Anblick. Nach dem zweiten bezwungenen Pass machen sich die schwindenden Energiereserven schön langsam bemerkbar. Da kommt der kleine Ort Villars-sur- Ollon gerade richtig, um eine kleine Pause einzulegen und wieder zu Kräften zu kommen. Unser professioneller Begleiter hält selbstverständlich wieder den idealen Geheimtipp für uns bereit.

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In einer gemütlichen Cafè-Restaurant- Crêperie schlemmen wir auf der Sonnenterrasse leckere Rösti und Crêpes, bevor wir den Rest der Abfahrt hinunter nach Bex genießen. Weiter geht es für uns in Richtung Genfer See und durch die Stadt Aigle, wo sich der Sitz des Internationalen Radsport-Verbandes (UCI) befindet. Schließlich heißt es noch einmal Zähne zusammenzubeißen und die noch verfügbaren Kräfte zu mobilisieren, um die 12 Kilometer und 1100 Höhenmeter zum Lac Hongrin zu bewältigen. Die Militärstraße mit perfektem Asphalt und kaum Verkehr ist der pure Genuss für Rennradfahrer, wenngleich unsere Kraft und Ausdauer in dem langen Anstieg erheblich gefordert sind. Das konsequente Training zeigt seine Wirkung. Anstatt völlig ausgepowert das Ende der Tour herbeizusehnen, können wir die überwältigende Schönheit der Schweizer Berge genießen und locker in die nächste Abfahrt starten. Für den einspurigen Les Agites-Tunnel haben wir unsere Stirnlampen eingepackt. Über Chateau d‘Ôex und Rougemont geht es schließlich zurück zum Ausgangspunkt.

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Die Bewegung in intakter Natur, Genusserlebnisse auf hohem Niveau, gastronomische Aspekte und qualitativ hochwertige Entspannungsmomente nach der Tour verschmelzen in der Region Gstaad zu einem ganzheitlichen Rennrad- Erlebnis.

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Fotos: Mattias Nutt & Kilian Kreb | Text: Martin Budweiser

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