HELDEN DES RADSPORTS

HELDEN DES RADSPORTS

JÖRG LUDEWIG - "Augen zu und durch"

Fotos: Archiv Ludewig

Jörg "Lude" Ludewig galt während seiner Karriere immer als "Profi zum Anfassen", als bodenständiger, sympathischer und humorvoller Typ. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er aus einem kleinen Dorf irgendwo zwischen Hannover, Dortmund und Osnabrück stammt. Da gibt es kaum Profisportler, da braucht man erst mal was "solides und bodenständiges" – eine Banklehre! Und weil Lude "immer gut aber nicht zu gut war" und das Glück hatte, über seinen Vater zum RSV Gütersloh – einem Verein mit hervorragender Nachwuchsarbeit – zu kommen, waren die ersten Rennen mit 14 vorprogrammiert. "Schwimmen war mir immer zu langweilig und auch die Hallenbäder immer zu warm. Und beim Fußball hab ich mich immer in der 2. Halbzeit geschont, damit ich eine neue Bestzeit mit dem Rad auf dem Heimweg aufstellen konnte."

So richtig in die Gänge kommt seine Rennrad-Karriere dann 1993: mit dem Vizeweltmeistertitel bei der UCIStraßen WM im Mannschaftszeitfahren und der Deutschen Meisterschaft zeigte er als 18jähriger auf und machte sich in der Folge vor allem bei widrigen Bedingungen und auf welligem Terrain einen guten Namen. Die Aufnahme in die Sportfördergruppe der Bundeswehr ebnet den Weg zu seinem ersten Profivertrag 1999 beim Team Gerolsteiner. Von 2000 bis 2004 fährt er für das italienische Team Saeco, 2005 bei Domina Vacanze. Im Jahr darauf wurde er als Teamkollege von Jan Ullrich bei T-Mobile verpflichtet und schließlich beendete er seine aktive Laufbahn 2007 beim Wiesenhof-Felt.

Die Höhepunkte dieser beinahe ein Jahrzehnt andauernden Karriere bzw. "Laufbahn", wie "Lude" sie selbst lieber betitelt, waren drei Teilnahmen an der Tour de France zwischen 2003 und 2005 (die er auf den Rängen 38, 55 und 35 beendete), an der Vuelta 2001 und am Giro d'Italia 2006. Außerdem konnte er 1999 die erste Etappe der Tour de l'Avenir – der Nachwuchs Tour de France – gewinnen. "Das ist auch das einzige Trikot, das ich mir einrahmen hab lassen und das immer einen Ehrenplatz bekommt." Zusätzlich durfte er 2000 bei der UCI Straßen Weltmeisterschaft in Plouay (FRA) nochmals für Deutschland antreten.

Dazu gesellten sich im Lauf der Zeit mehrere Deutsche Meistertitel und einige Siege in verschiedenen Sonderwertungen, eine Etappe der Bayern-Rundfahrt und Erfolge bei kleineren Rennen.

"Das schönste an meiner Profikarriere waren aber die Möglichkeiten, die einem jungen Menschen gegeben werden: Man lernt sich durchzubeißen, sich mal einzuordnen aber auch mal die Führung zu übernehmen. Ich habe unheimlich viel Menschen kennen- und die eine oder andere Sprache gelernt. Und es war ein Highlight, nach der Tour mit dem Feuerwehrauto quer durch das Dorf zum Hoffest gefahren zu werden"; "dieser Sport ist hart, aber er prägt, auch für das Berufsleben", so "Lude" voller Respekt.
2007 gab er seinen Rückzug aus dem Profiradsport bekannt. Groß war die Enttäuschung, nicht für die Deutschland Tour nominiert worden zu sein, ferner bot sich eine andere Gelegenheit, dem Radsport treu zu bleiben: Als Verkaufsleiter beim Premium Hersteller Lightweight. Genau der richtige Zeitpunkt also, um die "Seiten zu wechseln".

So konzentrierte er sich auf seine neue Aufgabe und zog sich für einige Jahre aus dem echten Rennsport zurück, begleitete aber stets die Jederfrauen.-& -männer des "Gran Fondo Team Alpecin", was aktuell bereits 10. Geburtstag feiert und als Art "Original der Szene" gilt. Dabei erfüllt das Team Alpecin jährlich wechselnd zehn Hobbysportlern einen Traum: den Ötztaler Radmarathon unter professionellen Bedingungen zu radeln, also mit Hightech-Material verschiedenster Industriepartner, Trainingsplänen, Leistungstests und Trainingslager im Süden. "Und natürlich bin ich dann auch jedes Mal am Start gewesen, mal besser, mal schlechter".
Durch den Kontakt mit dem Team Alpecin kam Jörg Ludewig schließlich auch zu seinem nächsten Karriereschritt: seit 2015 ist er als Sportmarketing Manager bei Dr. Wolff, dem Hersteller von Marken wie Alpecin, Linola, Plantur oder Alcina, tätig. Wenig überraschend war er auch eine der treibenden Kräfte hinter dem Einstieg in den Profiradsport: seit 2017 sind die Profis nun im Trikot des Teams Katusha Alpecin weltweit bei allen wichtigen Radrennen unterwegs, auch bei der Tour de France. Diesmal aber ohne Lude. "Ein anspruchsvoller Job, Ehemann, Papa, 10 Jahre raus und 10kg zu schwerda muss ich mir das nicht mehr antun". Seit Kurzem ist noch ein interessantes Projekt hinzugestoßen, "Lude" kommentiert auf den Sendern von Eurosport als "Experte" an der Seite von Gerhard "Leini" Leinauer das ein oder andere Radrennen.

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