Background Image
Previous Page  10 / 36 Next Page
Basic version Information
Show Menu
Previous Page 10 / 36 Next Page
Page Background

pagina #10

www.biciclettadacorsa.de

Die d.velop Cycle Cafe Ladies sind Stammbesetzung bei Ren-

nen von Klassiker bis Time Trial. Und wie viele Leistungs-

sportler, die regelmäßig auf den Punkt voll konzentriert und

in Bestform sein müssen, haben auch die schnellen Mädels

neben Top-Material auch „softe“ Tricks, die ihnen helfen,

das Optimum aus sich herauszuholen. Hier verraten einige

Fahrerinnen ihre Geheimnisse, ohne die sie erst gar nicht

an die Startlinie gehen.

Bianca Lust:

Ich putze mein Rad immer für das Rennen. Meis-

tens einen oder zwei Tage vorher, auch wann es gar nicht so

dreckig ist. Aber auf einem ungeputzten Rad kann ich einfach

keine Rennen fahren.

Inga Rodiek:

Nudeln am Vorabend und ein kräftiges Früh-

stück am Morgen dürfen bei mir nie fehlen. Außerdem spre-

che ich unmittelbar vor jedem Rennen mit meinem Trainer,

um noch kurz die wichtigsten Sachen abzuklären - das hat

sich seit mittlerweile zehn Jahren bewährt.

Benita Wesselhoeft:

Vor wichtigen Wettkämpfen gehe ich

immer nochmal zum Physiotherapeuten. Man lässt sein Rad

ja schließlich auch warten – und der Körper ist und bleibt

der Motor. Wenn Verspannungen und Verklebungen heraus-

gestrichen sind, kann ich optimale Leistung bringen. Weil

mein Physio auf Rundfahrten nicht dabei ist, benutze ich

dann alternativ die BlackRoll.

Gudrun Stock:

Für mich ist es wichtig, am Abend vor dem

Wettkampf eine Fanta zu trinken. Ohne wird es am nächsten

Tag nicht laufen.

Lisa Brömmel:

Ich schaue mir oft schon einige Tage vorher

die genaue Rennstrecke zum Beispiel bei Google Maps an,

suche nach Informationen zum Streckenverlauf und schaue

mir YouTube-Videos des Rennens an. Außerdem habe ich

immer eine Packliste für die Rennen parat, um nichts zu ver-

gessen.

Wiebke Rodiek:

Ohne ein gutes Frühstück mit Banane, Ha-

ferflocken und ein bisschen Schokomüsli geht es nicht. Und

ich mache immer schon am Abend vorher die Nummer an

mein Trikot.

Lisa Küllmer

: Mein Geheimtipp um Bestleistung zu bringen

ist zu wissen, gut und strukturiert trainiert zu haben und

damit gut vorbereitet zu sein. Denn gewonnen wird in erster

Linie im Kopf. Ich muss immer gelassen und ohne Aufregung

in das Rennen starten, um einen Erfolg zu erzielen. Außer-

dem darf ein Physiotermin nicht fehlen.

Christina Koep:

Ich lege Wert auf eine ausreichende Energie-

und Kohlenhydratzufuhr, mit der ich schon einige Stunden

vor dem Rennen beziehungsweise am Vortag beginne. Weiter

gehts mit einer Banane während des Warmfahrens und dann

hole ich mir mental etwas Sicherheit durch vollgepackte Tri-

kottaschen, um mich vor einem möglichen Hungerast im

Rennen zu schützen.

Sophie Lacher:

Bei Etappenrennen rolle ich mich abends

immer nochmal über die Blackroll, da das entspannend ist

und man sich in dem Moment auf sich und seinen Körper

konzentrieren kann. Außerdem esse ich eine Stunde vor dem

Rennstart immer noch einen Riegel - möglichst einen meiner

Lieblingssorte für Extra-Motivation und viel Power beim

Start.

Naima Madlen Diesner:

Als Glücksbringer habe ich ein Gitar-

ren-Plektrum in meiner Trikottasche dabei. Von klein auf

habe ich immer von meinem Vater eins mit auf den Weg be-

kommen, das ich ihm dann wieder gebe, wenn ich zurück-

komme. Über die Jahre habe ich aber eine enorme

Plektrum-Sammlung angelegt, deshalb bekommt mein Vater

jetzt auch immer eins im Gegenzug. Man weiß ja nie wo man

mal zufällig die Gelegenheit zum Gitarrespielen bekommt.

Katharina Venjakob:

Ich fahre am Tag vorher nochmal eine

entspannte Runde, um die Beine zu lockern und überlege

mir, was ich esse. Am Abend lege ich mir alles, was ich fürs

Rennen brauche, raus und beschäftige mich noch ein biss-

chen mit der Strecke.

Wenn ich ein Rennen fahre, dann tue ich das mit ganzem Einsatz.

An den Start zu gehen, ohne die Ambition mein Bestes zu geben –

das würde mir nicht entsprechen. Egal, ob wie jetzt auf der Straße

oder im Gelände, wo ich in den vergangenen Jahren fast ausschließ-

lich unterwegs war. Mein Terrain waren lange Zeit Mountainbike-

Wettkämpfe, besonders technische Trails, bei denen man mit guter

Fahrtechnik viel herausholen kann. Dann schlug mir ein guter

Freund vor, einmal bei einem Rennrad-Rundstreckenrennen für

Frauen mitzumachen. Ich war neugierig und freute mich auf etwas

Abwechslung, auch wenn das Rennen ein Sprung ins eiskalte Was-

ser war. Ich hatte keine Ahnung wie es in einem Straßen-Peloton

zugeht – und war dann total fasziniert wie schnell die Frauen hier

unterwegs waren. Auch, dass so viele das gleiche Trikot trugen, hat

mir gefallen. So entstand nach und nach der Wunsch Richtung

Straße zu gehen. Mir war mein jetziges Team schon ein Begriff, deshalb wollte ich mich

dort auf jeden Fall vorstellen. Jetzt bin ich natürlich überglücklich, dass es wirklich ge-

klappt hat. Es ist ein schönes Gefühl zusammen an den Start zu gehen und sich ge-

meinsam durch das Rennen zu arbeiten. Obwohl wir in unterschied-

lichen Orten Deutschlands wohnen, klappt die Organisation rund um

unsere Teameinsätze wunderbar und ich fühle mich als Frischling

schon jetzt toll integriert. Anfang des Jahres war ich mit einer klei-

nen Gruppe der Ladies in der Nähe von Malaga zum Trainieren. Das

hat uns noch weiter zusammen gebracht. Leider trennen mich im

Alltag über 100 Kilometer von der nächsten „lilafarbenen“ Fahrerin.

Aber die ein oder andere Ausfahrt zusammen oder Events wie das

freie Training auf dem Nürburgring mit einigen der anderen Mädels

Ende Mai gibt es glücklicherweise schon. Fast alle der d.velop Cycle

Café Ladies haben schon viel Erfahrung im Straßenrenngeschehen.

Ich muss in meiner ersten Saison dagegen erst einmal lernen, lernen,

lernen. Bei Straßenrennen ist die Dynamik eine ganz andere als auf

dem Mountainbike. Man orientiert sich immer nach vorne, versucht

dranzubleiben. Mein Ziel ist es deshalb, mich in meiner ersten Saison gut für die Mann-

schaft einzusetzen und vom Teamchef auch einmal einen anerkennenden Schulterklop-

fer zu bekommen.

Sprung ins eiskalte Wasser

von Naima Madlen Diesner (seit 2017 neu im Team d.velop Cycle Café Ladies)

RACETIPPS

TEXT: CAROLA FELCHNER | FOTOS: MARTIN OHLINGER

COLONNA