Seite 21 - Bici-1

Basic HTML-Version

pagina #21
www.biciclettadacorsa.de
lar. Als er ihn einige Monate später zurückgezahlt hatte,
gaben sie ihm den nächsten in Höhe von 10.000 Dollar.
Neben den Shops verkaufte Mike seine Parts an viele unab-
hängige Bike-Konstrukteure und bemerkte ihre Unzufrieden-
heit mit den damals erhältlichen Reifen. Die italienischen
waren nicht besonders gut. Sie hatten Blasen im Profil und
hielten nicht lang. Nach einem Jahr des Experimentierens
launchte Specialized sein erstes
eigenes Produkt: den Speciali-
zed Touring Reifen. Zunächst
kauften den Reifen nur einige
seiner treuesten Shops. Aber
schließlich sprach sich die Qua-
lität der Pneus herum. Der Reifen bedeutete einen Durch-
bruch für die Marke. Auf einmal waren Specialized nicht
mehr einfach nur Importeure, sie waren Hersteller.
Der nächste große Wendepunkt kam 1981. Mike machte Ge-
schäfte mit Tom Richey und bekam mit, dass diese Jungs
Bikes bauten, die mit den felsigen Trails in Nordkalifornien
bestens zurecht kamen. So etwas hatte er noch nie gesehen!
Und er wusste intuitiv, dass dieses „Mountainbike“ der
nächste größte Hit werden würde.
Specialized entwickelte ein Bike, das im Gelände und auf
Trails funktionierte, und nannte es Stumpjumper. Der Stump-
jumper war das erste Mountainbike, das es in Shops zu kau-
fen gab. Aber es war ein Nischenprodukt und lediglich fünf
oder sechs der Stores wollten überhaupt etwas damit zu tun
haben. Sie verkauften wenig – bis Mountainbiken Mitte der
80er-Jahre einen Boom erlebte. Ab da entwickelten Mike und
sein Team kontinuierlich neue Reifen und Bikes. Anfang der
1990er-Jahre hatte er 115 Mitarbeiter und vertrieb seine Pro-
dukte an 1.500 Shops im den
ganzen USA.
Gegen Ende der 90er-Jahre be-
gannen wir unsere Zusammen-
arbeit mit Mario Cipollini, dem
damals besten Fahrer Italiens.
Specialized hatte ja schon Reifen fürs Zeitfahren entwickelt.
Also war der Schritt auf die Rennpiste nur logisch. Was klein
begann explodierte in den 10 Jahren förmlich: Fabian Cancel-
lara gewann 2010 auf dem Specialized Roubaix das Rennen
Paris-Roubaix und auf dem Specialized Shiv das Zeitfahren
bei der Weltmeisterschaft 2010. Und die beiden Top-Finisher
bei der Tour de France 2010, Alberto Contador und Andy
Schleck, fuhren Specialized Tarmacs.
Dieses Jahr fahren die drei Top-Teams auf Specialized Bikes:
Saxo Bank, Astana, Omega Pharma Quick Step und das
Frauen Pro Team Specialized Lululemon. Das neue Rennrad
„Venge“ wurde gemeinsam mit dem Formel-1-Team von
McLaren designt. Das Venge ist bei der diesjährigen Tour de
France unter dem derzeit weltbesten Sprinter, Mark Caven-
dish aus dem HTC-Team, zu sehen.
Das Ziel von Specialized und Mike Sinyard ist aber immer
noch, die beste Bike-Marke der Welt zu sein. „Ich liebe das,
was ich tue, und ich werde dieses Unternehmen so lange
führen wie es mir möglich ist. Ich wünsche mir, dass Specia-
lized für immer auf dem Markt bleibt, und wir haben auch
einen Plan, wie wir das erreichen können.“sagt Mike.
„Ich liebe das,
was ich tue...“